Tofu-Pate und Ökopionier schlägt Hand der Gewerkschaft aus

TofuTown-Eigentümer Bernd Drosihn hat kein Interesse an konstruktiver Lösung im Streit um einen Betriebsrat

Antwort NGG vom 06.10.2017 auf Stellungnahme von Bernd DrosihnBild 1 von 6
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Stellungnahme Bernd Drosihn vom 18.09.2017Bild 5 von 6
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Mit einem Friedensangebot hatte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Region Trier auf eine Stellungnahme des TofuTown-Eigentümers Bernd Drosihn reagiert. Dieser hatte bei einer Verteilaktion der NGG zusammen mit der Bundestagsabgeordneten Corinna Rüffer am 18. September vor seinem Betrieb in einem schriftlichen Statement und Rundumschlag die Gewerkschaft und andere Beteiligte allgemein angegriffen. Doch das Angebot der NGG an Drosihn, den Streit um die Betriebsratswahlen beim Tofuhersteller in Wiesbaum konstruktiv zu lösen, ließ dieser ungenutzt.

Beschäftigte bei TofuTown hatten bereits im April diesen Jahres die Wahl eines Betriebsrates nach dem Betriebsverfassungsgesetz eingeleitet. Da die Wahl eines Betriebsrates, auch durch Störfeuer der Geschäftsführung, ins Stocken geriet, mischte sich die Gewerkschaft NGG in den Wahlprozess mit ein. Diese verteilte Mitte September an die Beschäftigten Informationen zum aktuellen Stand im Streit um die Betriebsratswahl, welcher mittlerweile vor dem Arbeitsgericht Trier landete. Im Gegenzug ließ auch die Geschäftsführung ein Statement an die Beschäftigten verteilen, in dem sie die Gewerkschaft scharf anging, ohne dabei wirklich Bezug zum aktuellen Gerichtsverfahren zu nehmen.

Dennoch nahm die NGG die arbeitgeberseitige Veröffentlichung Anfang Oktober zum Anlass, um nach eigenen Aussagen zum wiederholten Male auf den Eigentümer Bernd Drosihn zuzugehen, damit eine konstruktive Lösung für den Konflikt gefunden werden könne. Dieses Angebot ließ Drosihn jedoch unkommentiert verstreichen. Gewerkschaftssekretär Jerome Frantz zeigt sich hierüber sichtlich enttäuscht: „Herr Drosihn unterstellt uns egoistisches Machtkalkül und dass wir entgegen des Willens der Beschäftigten handeln. Doch das Gegenteil ist der Fall. Unsere Mitglieder kamen auf uns zu und baten uns, die Wahl eines Betriebsrates bei TofuTown einzuleiten. Mit der Wahl eines Wahlvorstandes hat die Belegschaft im April klar und deutlich den Willen ausgedrückt, einen Betriebsrat wählen zu wollen. Wir möchten nichts anderes, als dass die Beschäftigten ihr Recht wahrnehmen können. Am liebsten wäre es uns, gemeinsam mit dem Arbeitgeber die Wahl voranzutreiben. Doch daran scheint dieser allem Anschein nach nicht das geringste Interesse zu haben.“

Die Gewerkschaft befürchtet, dass letztendlich vor allem die Beschäftigten unter dem schwelenden Konflikt und zunehmenden Druck die Leittragenden sein könnten. Deshalb habe man laut NGG den Versuch gewagt, über die Vorwürfe hinwegzusehen und den Streit beizulegen: „In seinem Statement machte uns Herr Drosihn einige Unterstellungen und zog Schlüsse, die wir keinesfalls so sehen und hinnehmen wollen. Deshalb hatten wir uns zunächst vertrauensvoll in einem Brief an die Geschäftsführung gewandt, in dem wir die Beschuldigungen richtigstellen und um ein Gespräch baten. Da uns diese Hand aber nun anscheinend ausgeschlagen wird, sehen wir keinen weiteren Grund, die Anschuldigungen unkommentiert im öffentlichen Raum stehen zu lassen. Um mehr Transparenz zu erreichen, wird die NGG sowohl die Stellungnahme von Drosihn als auch unsere Replik darauf veröffentlichen. Es soll sich dann jeder selbst sein Bild machen. Uns ist es letztendlich nur wichtig, dass die Beschäftigten ihr Recht auf betriebliche Mitbestimmung zugesprochen bekommen und unsere Mitglieder keine Repressalien fürchten müssen“, betont Frantz.

 

Infos zum dem Thema sind bei Facebook auch unter dem Hashtag #BRfürTofuTown zu finden.