NGG macht vor Simon Fleisch mobil

Das neue Arbeitsschutzkontrollgesetz ging am 10.09.2020 in die erste Lesung im Deutschen Bundestag. Es soll flächendeckend den Einsatz von Werkverträgen und Leiharbeit in der Fleischwirtschaft ab dem 1. Januar 2021 verbieten. Das Gesetz wurde von Arbeitsminister Hubertus Heil ins Spiel gebracht und steht nun zur breiten Diskussion im Bundestag. Anlässlich der ersten Lesung hatten bundesweit Abteilungen der NGG mobil gemacht, um ihre klare Unterstützung der Abschaffung von Werkverträgen und Leiharbeit zu demonstrieren. So auch die NGG in der Region Trier. Diese veranstaltete in Zusammenarbeit mit dem DGB Trier eine Informationsveranstaltung für die Beschäftigten von Simon Fleisch in Wittlich. So zeigten Vertreter der Gewerkschaft bereits zur frühen Morgenstunde, ab drei Uhr, Präsenz vor den Toren des Unternehmens. Das Auftreten wurde an diesem Tag dann durch eine größer angelegte Informationsaktion beendet. Die Aktion ist von Seiten der Veranstalter als klarer Erfolg anzusehen, da man an dem Tag viele, vor allem osteuropäische Arbeiter, erreichen konnte.

Zwei Mitarbeiter der NGG, darunter auch der Geschäftsführer der Region Trier Klaus Schu, verteilten am frühen Morgen Flyer und Informationsmaterial an die Beschäftigten. Dies gestaltete sich aufgrund von Sprachbarrieren und der am frühen Morgen zunächst zurückhaltenden Stimmung der Arbeiter eher schwierig. Die motivierten Vertreter der Gewerkschaft ließen sich davon aber nicht entmutigen und hielten für drei Stunden ihre Stellung. Zudem machten es die notwendigen Schutzmaßnahmen, vor dem Covid-19-Virus, den engagierten Vertretern der NGG nicht einfach Kontakt aufzunehmen. Not macht jedoch erfinderisch und so wurde auch dieses Hindernis durch durchdachtes Platzieren der Flyer auf Ständern überwunden.

Am Nachmittag sollte dann eine Veranstaltung mit mehr Unterstützern Öffentlichkeit für das zur Debatte stehende Gesetz schaffen. Hierzu waren mehrere Unterstützer eingeladen, darunter Vertreter des DGB, sowie von hauptamtlicher als auch von ehrenamtlicher Seite. Außerdem wurden im Umkreis liegende Betriebsräte anderer Unternehmen eingeladen. Diese stammen zwar aus anderen Branchen, der Kampf um gute Arbeitsbedingungen, kann jedoch nur gemeinsam geführt werden. Eine willkommene und große Unterstützung, waren auch die anwesenden Übersetzer der Organisation „Faire Mobilität“. Durch sie wurde die Kommunikation mit den osteuropäischen Arbeitern vor Ort sehr erleichtert. An dieser Stelle gilt es erneut den anwesenden Helfern zu danken, ohne die eine solche Aktion nicht möglich gewesen wäre.

Die NGG unterstützt weiterhin das Verbot der Leiharbeit und von Werkverträgen in der Fleischwirtschaft. Die in dieser Branche aufzufindenden Zustände sind schon seit langer Zeit nicht mehr tragbar. So gilt es die durch die Corona-Krise gewonnene Öffentlichkeit für die Problematik zu nutzen und dem Ganzen ein Ende zu setzen. Den osteuropäischen Arbeitern steht der gleiche Lohn wie ihren deutschen Kollegen zu. Außerdem haben sie durch ihre in Deutschland geleistete harte Arbeit, auch einen Anspruch Teil des deutschen Sozialversicherungssystems zu sein.